Wenn Einwände Verkaufsgespräche kippen – und was dann wirklich zählt
„Meine Verkaufsgespräche laufen ganz gut – bis der erste Einwand kommt. Da weiß ich einfach nicht weiter.“
Das hat mir neulich eine Kundin erzählt. Sie coacht Führungsteams in Unternehmen, ihre Akquise läuft, Termine am Telefon klappen super.
Aber im Gespräch selbst – sobald der erste Einwand kam – war plötzlich alles anders.
„Da saß ich beim Kunden, voller Elan, und dann kam dieses ‘Ich muss noch mal drüber nachdenken’. Zack. Raus aus dem Flow. Ich war unsicher, hab mich erklärt, und innerlich war der Drive weg.“
Kennst du das? Dieses kurze Ziehen im Bauch, wenn du spürst, dass dein Gegenüber zögert?
Das ist der Moment, wo viele aus dem Tritt geraten. Aber genau hier entscheidet sich, ob du dich verlierst – oder Vertrauen aufbaust.
Warum Einwände im Verkaufsgespräch kein Problem sind – sondern ein Geschenk
Ein Einwand ist kein Nein. Auch wenn’s sich im ersten Moment so anfühlt.
In Wahrheit sagt dein Kunde:
„Ich bin interessiert – aber ich brauch noch Sicherheit, bevor ich Ja sage.“
Und das ist Gold wert. Denn ein Mensch, der gar kein Interesse hat, bringt keine Einwände.
Er sagt einfach gar nichts.
Ein Einwand bedeutet also:
„Ich will’s verstehen. Ich will prüfen, ob du und dein Angebot wirklich zu mir passen.“
Wenn du das erkennst, ändert sich alles. Dann reagierst du nicht mehr mit Druck oder Argumenten – sondern mit Präsenz.
1. Erst atmen – dann antworten
Klingt banal? Ist es nicht.
Ein Einwand trifft oft mitten ins Ego. Dein Körper reagiert sofort – Herzklopfen, Anspannung, manchmal der Impuls, sich zu rechtfertigen.
Aber weißt du was? Dein Kunde merkt das.
Darum: Atme.
Mach innerlich einen Schritt zurück und sag dir:
„Spannend – jetzt zeigt sich, was meinem Gegenüber wirklich wichtig ist.“
Allein dieser Gedanke verändert deine Haltung. Du gehst weg vom „Ich muss überzeugen“ hin zu „Ich will verstehen“.
🟢 Praxis-Tipp:
Wenn du merkst, dass du dich verteidigen willst – stell stattdessen eine Frage.
Zum Beispiel:
„Was genau macht Sie da noch unsicher?“
Das hält das Gespräch offen.
2. Wiederhole den Einwand – aber ohne Verteidigung
Wenn dein Kunde sagt: „Das ist mir zu teuer“,
widersteh der Versuchung, sofort zu erklären, warum es den Preis wert ist.
Sag lieber:
„Okay, der Preis ist für Sie also ein wichtiger Punkt.“
Dieser Satz wirkt Wunder.
Denn dein Gegenüber fühlt sich verstanden – und das entspannt.
Erst dann ist er wirklich bereit, zuzuhören.
3. Finde heraus, was wirklich dahinter steckt
Hinter einem Einwand steckt selten das, was gesagt wird.
„Zu teuer“ heißt oft: Ich bin mir noch nicht sicher, ob es sich lohnt.
„Ich muss drüber nachdenken“ kann heißen: Ich will mich sicher fühlen, bevor ich entscheide.
Darum frag ruhig nach – interessiert, nicht bohrend:
„Was wäre Ihnen wichtig, damit es für Sie wirklich stimmig ist?“
🟢 Praxis-Tipp:
Mach dir nach jedem Gespräch Notizen.
Welche Einwände kamen? Wie hast du reagiert?
So erkennst du Muster – und lernst, beim nächsten Mal gelassener zu bleiben.
4. Bereite dich vor – aber bleib echt
Souverän mit Einwänden umzugehen beginnt vor dem Gespräch.
Mach dir deine häufigsten Einwände bewusst – und überleg dir passende Antworten, die zu dir passen.
Hier ein paar Beispiele:
| Einwand | Mögliche Antwort |
|---|---|
| „Das ist mir zu teuer.“ | „Verstehe – darf ich kurz zeigen, warum sich die Investition für meine Kunden langfristig lohnt?“ |
| „Ich muss erst darüber nachdenken.“ | „Klar – was genau möchten Sie noch klären, bevor Sie entscheiden?“ |
| „Ich habe schon jemanden, der das macht.“ | „Das ist spannend – was schätzen Sie besonders an der Zusammenarbeit?“ |
| „Das Timing passt gerade nicht.“ | „Verstehe – wann wäre ein besserer Zeitpunkt für Sie?“ |
Das Ziel ist nicht, perfekt zu kontern – sondern echt zu bleiben.
5. Nach einem Nein wieder ins Gespräch kommen
Ein „Nein“ heißt oft nur „noch nicht“.
Viele ziehen sich dann zurück, weil sie glauben, sie hätten verloren.
Aber genau da liegt deine Chance.
Wenn du ruhig bleibst und Interesse zeigst, bleibst du präsent.
Zum Beispiel:
„Völlig okay, dass Sie sich das noch überlegen wollen.
Wollen wir nächste Woche nochmal kurz sprechen?“
Das ist freundlich, verbindlich und ohne Druck.
6. Einwände gar nicht erst entstehen lassen
Die eleganteste Form der Einwandbehandlung?
Verhindern, dass sie überhaupt entstehen.
Wie das geht?
-
Sei von Anfang an authentisch und klar.
-
Sprich mögliche Bedenken proaktiv an.
-
Zeig, dass du verstehst, was dein Kunde wirklich braucht.
Beispiel:
„Viele meiner Kunden fragen sich am Anfang, ob sich die Investition wirklich lohnt – das ist total verständlich. Wollen wir kurz anschauen, was sich bei anderen dadurch konkret verändert hat?“
Damit nimmst du den Druck raus, bevor er entsteht.
Fazit: Einwände sind kein Hindernis – sie sind Wegweiser
Einwände im Verkaufsgespräch sind kein Stolperstein, sondern ein Spiegel.
Sie zeigen dir, wo dein Kunde noch Orientierung braucht – und dir, wo du klarer werden darfst.
Souverän verkaufen heißt nicht, alles glattzubügeln.
Es heißt, echt zu bleiben, auch wenn’s kurz unangenehm wird.
Das ist der Moment, in dem Vertrauen entsteht.
💬 Mein Tipp zum Mitnehmen:
Mach dir nach jedem Gespräch eine kleine Notiz:
Was war der wichtigste Einwand? Wie hab ich reagiert? Was hab ich gelernt?
So wirst du von Gespräch zu Gespräch sicherer – nicht durch Taktiken, sondern durch Erfahrung.
Und genau das ist der Unterschied zwischen Verkaufen und Verbinden.
Möchtest das Thema vertiefen?
Hier findest Du den Artikel: Warum Du keine Angst vor Einwänden zu haben brauchst:
Einwände bringen dich aus dem Tritt?
Diese Checkliste hilft dir, im Gespräch klar zu bleiben.

Hallo, ich bin Christina.
Ich arbeite mit Selbstständigen und Coaches, die Kunden gewinnen wollen klar, menschlich und ohne Verkaufsdruck. Bei mir bekommst du eine Sprache, die dein Kunde versteht, und eine Strategie, die zu dir passt. Aus Erfahrung, nicht aus dem Lehrbuch. Damit du verkaufen kannst, ohne dich zu verstellen und Ergebnisse bekommst, die in deinem Alltag wirklich ankommen.
Mehr Artikel findest du auf meiner Webseite: https://www.akquise-plus.de/blog/
Foto: Beata Lange und Pixabay.com

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