Angebot erstellen im Verkaufsgespräch – warum „Ich hätte gern ein Angebot“ noch kein Auftrag ist

Kennst du dieses innere Juhuu, wenn ein potenzieller Kunde sagt, dass er gern ein konkretes Angebot von dir hätte? In dem Moment fühlt es sich oft so an, als wäre der wichtigste Teil schon geschafft. Du malst dir aus, wie die Zusammenarbeit wird, wie gut ihr zueinanderpasst, und innerlich bist du vielleicht schon einen Schritt weiter als dein Gegenüber.

Und genau hier liegt die Gefahr.
Denn der Wunsch nach einem Angebot ist noch lange keine Zusage.

Viele Selbstständige machen die Erfahrung, dass sie voller Motivation Angebote schreiben – nur um anschließend nichts mehr zu hören. Funkstille. Keine Rückmeldung. Kein Auftrag. Und irgendwann die Frage: Warum eigentlich?

Die Antwort ist unbequemer, als wir sie gern hätten:
Nicht jedes „Ich hätte gern ein Angebot“ ist ernst gemeint.

Angebot erstellen heißt noch nicht, dass ein Auftrag entsteht

Manche Kunden fragen nach einem Angebot, um ein Gespräch höflich zu beenden. Andere wollen Vergleichsangebote einholen. Wieder andere holen sich unbewusst Vorarbeit ab – Ideen, Skizzen, Konzepte – ohne sich wirklich entschieden zu haben. Und manche wissen selbst noch nicht, ob sie überhaupt investieren wollen.

Das ist nicht böse gemeint.
Aber es ist deine Verantwortung, das frühzeitig zu erkennen.

Denn Angebotserstellung kostet Zeit. Zeit, in der du andere Projekte zurückstellst. Zeit, die du nicht zurückbekommst. Zeit, die oft nicht bezahlt wird.

Genau deshalb braucht es vor dem Angebot eines ganz besonders: Klarheit.

Klarheit vor dem Angebot spart Zeit, Energie und Nerven

Bevor du ein Angebot erstellst, solltest du wissen, woran du bist. Nicht vage. Nicht zwischen den Zeilen. Sondern konkret.

Ich empfehle dir dafür einen festen Rahmen: einen Auftragsklärungsbogen, den du für jedes Gespräch nutzt – egal ob telefonisch oder persönlich. Nicht als starres Formular, sondern als Orientierung. Er gibt dir Struktur, Sicherheit und Führung im Gespräch. Und ja: Ein Logo darauf schadet auch nicht. Es wirkt professionell – nach außen und nach innen.

Wichtig ist nicht das Dokument.
Wichtig ist, dass du die richtigen Fragen stellst.

Die Fragen, die du vor jedem Angebot klären solltest

Wenn du überlegst, ob sich ein Angebot lohnt, solltest du Antworten auf folgende Punkte haben:

Vor welcher konkreten Herausforderung steht dein Kunde?
Wobei genau möchte er Unterstützung?
Welche Ziele will er erreichen – und warum jetzt?
Welchen Budgetrahmen gibt es?
Ab wann ist das Budget freigegeben?
Wer darf den Auftrag final erteilen?
Wer ist sonst noch an der Entscheidung beteiligt?
Welche Mitbewerber sind im Gespräch?
Bis wann soll das Angebot vorliegen?
Wann wird eine Entscheidung getroffen?

Das sind keine Kontrollfragen.
Das sind Orientierungsfragen.

Wenn du diese Punkte nicht kennst, arbeitest du im Nebel. Und im Nebel entstehen selten gute Angebote.

Werde ruhig persönlich – gerade wenn etwas unklar ist

Wenn dir im Gespräch etwas fehlt oder nicht eindeutig ist, greif lieber zum Telefon, statt eine E-Mail zu schreiben. Schriftliche Nachfragen schaffen Distanz und laden zu Missverständnissen ein. Ein kurzes Gespräch hingegen klärt oft in wenigen Minuten, wofür E-Mails Tage brauchen.

Ganz nebenbei stärkst du die Beziehung.
Du zeigst Interesse. Präsenz. Verbindlichkeit.

Und genau das unterscheidet dich von vielen anderen.

Ein gutes Angebot ist einfach und transparent

Wenn du dich entschieden hast, ein Angebot zu schreiben, dann mach es deinem Kunden leicht, es zu verstehen. Gerade bei höheren Investitionen braucht es Klarheit.

Beschreibe deine Leistung in sinnvollen, nachvollziehbaren Schritten. Zeige, dass du die Situation deines Kunden verstanden hast. Und formuliere nicht aus deiner Fachlogik heraus, sondern aus seiner Perspektive.

Nicht: Was mache ich alles?
Sondern: Was bringt es meinem Kunden konkret?

Ein gutes Angebot erklärt nicht.
Es führt.

Professionalität ist kein Extra – sie ist selbstverständlich

Wenn du weißt, dass sich ein Angebot lohnt, nimm dir die Zeit, es sauber aufzusetzen. Mit offiziellem Briefkopf, persönlicher Ansprache und einer klaren Struktur. Fokussiere dich auf die wichtigsten Punkte und auf die Vorteile für deinen Kunden. Wenn es passt, ergänze Referenzen, die Vertrauen schaffen.

Nicht, um zu beeindrucken.
Sondern um Sicherheit zu geben.

Das Wichtigste zum Schluss: Ohne Follow-up kein Auftrag

Ein Angebot zu schreiben ist gut.
Ein Angebot nachzufassen ist entscheidend.

Denn ein Angebot, das einfach liegen bleibt, arbeitet nicht für dich. Schweigen heißt nicht automatisch Desinteresse. Oft bedeutet es schlicht: Alltag, Prioritäten, Unsicherheit.

Fasse deine Angebote deshalb unbedingt nach. Am besten zeitnah – im Schnitt zwei bis vier Tage, nachdem dein Angebot beim Kunden angekommen ist.

Eine einfache Frage reicht oft schon:
„Wie interessant ist mein Angebot?“

Damit übernimmst du Führung.
Du klärst offene Fragen.
Und du vermeidest, Dinge zu interpretieren, die sich klären lassen.

Viele Angebote scheitern nicht am Inhalt.
Sondern daran, dass niemand den nächsten Schritt geht.

Fazit

Ein Angebot ist kein Gefallen.
Es ist eine Entscheidung – auch von deiner Seite.

Nicht jeder Wunsch nach einem Angebot ist ein Auftrag. Und das ist in Ordnung. Deine Aufgabe ist nicht, jedem Impuls hinterherzulaufen, sondern bewusst zu führen. Wenn du vor dem Angebot Klarheit schaffst, sparst du dir viel Zeit, Energie und Frust – und erhöhst ganz nebenbei deine Abschlussquote.

Und jetzt bist du dran

Welche Reaktionen bekommst du aktuell auf deine Angebote?
Funkstille?
Rückfragen?
Oder klare Entscheidungen?

Ich bin gespannt auf deine Erfahrungen, teile sie gern in den Kommentaren.

 

Wer nicht nachfasst, entscheidet sich gegen den Auftrag.
Dieses Follow-up-System zeigt dir, wie du klar führst – ohne Druck.

👉 Hier geht’s zum System:

 

 

 

Christina Bodendieck Akquise und Verkaufsmentorin

Hallo, ich bin Christina.
Ich arbeite mit Selbstständigen und Coaches, die Kunden gewinnen wollen klar, menschlich und ohne Verkaufsdruck. Bei mir bekommst du eine Sprache, die dein Kunde versteht, und eine Strategie, die zu dir passt. Aus Erfahrung, nicht aus dem Lehrbuch. Damit du verkaufen kannst, ohne dich zu verstellen und Ergebnisse bekommst, die in deinem Alltag wirklich ankommen.

Dein nächster Schritt

Hier geht es zum Beratungsangebot

Mehr Artikel findest du auf meiner Webseite: https://www.akquise-plus.de/blog/ 

 

wirkungsvolle Angebote erstellen

Pin mich!

 

Foto: Beata Lange und Pexels.com