Warum du es nicht tust, obwohl du weißt, wie es geht
Zwischen Wissen und Tun steht kein Disziplinproblem, sondern ein unangenehmes Gefühl. Ein neuer Satz, eine neue Frage, ein höherer Preis fühlen sich beim ersten Mal nicht nach dir an. Also verschiebst du. Weder Timer noch Mini-Aufgaben lösen das, weil sie die Bremse nicht benennen. Was hilft: hinschauen, was genau bremst, und einen einzigen Schritt so klein machen, dass du ihn tust, obwohl es sich komisch anfühlt.
Der Plan liegt im Notizbuch. Du weißt, was zu tun ist. Du hast es aufgeschrieben, du hast sogar Lust darauf.
Und dann ist Dienstagmorgen, und du machst etwas anderes.
Nicht aus Faulheit. Du arbeitest den ganzen Tag. Nur eben nicht an dem, was dich weiterbringt.
Was zwischen Wissen und Tun wirklich steht
Verkaufen fühlte sich für Diana falsch an. Fremd. Wie etwas, das andere Leute machen.
Sie wusste, was zu tun ist. Sie hat es trotzdem nicht getan.
Damit ist sie nicht allein. Das Wissen fehlt fast nie. Was fehlt, ist der Moment, in dem du es machst, obwohl es sich noch komisch anfühlt.
Denn zwischen dem Wissen und dem Tun steht ein Gefühl. Der neue Satz fühlt sich nicht nach dir an. Die Frage klingt komisch, wenn du sie zum ersten Mal stellst. Der höhere Preis kommt dir überzogen vor, obwohl du ihn dir ausgerechnet hast.
Also verschiebst du. Auf morgen, auf die ruhige Woche, auf den Moment, in dem du dich sicherer fühlst.
Der Moment kommt nicht. Sicherheit kommt erst, nachdem du es getan hast.
Warum Disziplin und Timer nicht helfen
Der übliche Rat gegen Aufschieben geht so: Teile die Aufgabe in Mini-Schritte. Stell einen Timer auf fünf Minuten. Bau dir eine feste Routine.
Diese Tipps funktionieren bei Aufgaben, die dir langweilig sind.
Sie funktionieren nicht bei Aufgaben, die dir Angst machen.
Ein Anruf, vor dem du dich fürchtest, wird nicht leichter, weil du fünf Minuten dafür einplanst. Ein Preis, den du dich nicht traust zu nennen, wird nicht leichter, weil er auf einer Liste steht.
Die Techniken behandeln ein Zeitproblem. Du hast aber kein Zeitproblem.
Die Frage, die weiterbringt
Wenn eine Kundin über Wochen nichts umsetzt, spreche ich es an. Direkt und ohne Druck.
Ich frage nicht, warum sie es nicht gemacht hat. Diese Frage produziert Rechtfertigungen, und danach fühlt sie sich schlechter als vorher.
Ich frage, was sie bremst.
Und dann schauen wir gemeinsam hin.
Manchmal kommt heraus, dass der Schritt zu groß war. Dann machen wir ihn kleiner.
Manchmal kommt heraus, dass sie sich vor der Reaktion fürchtet. Dann reden wir über diese Reaktion, und meistens ist sie harmloser als gedacht.
Manchmal kommt heraus, dass sie den Schritt selbst nicht sinnvoll findet. Dann streichen wir ihn. Kein Verlust, im Gegenteil.
Und manchmal kommt heraus, dass das eigentliche Problem woanders liegt. Sie kommt nicht ins Verkaufen, weil sie ihr Angebot noch nicht durchdrungen hat. Dann ist die Bremse kein Willensproblem. Sie ist ein Hinweis.
Warum du das allein selten siehst
Genau hier liegt der Punkt, den die üblichen Ratgeber übersehen.
Wer allein am Schreibtisch sitzt, findet immer eine Erklärung. Zu viel zu tun, gerade schlechter Zeitpunkt, noch nicht bereit. Diese Erklärungen sind glaubhaft, weil du sie selbst geschrieben hast.
Was dich wirklich bremst, siehst du selten. Es liegt unter der Erklärung.
Deshalb reicht ein Zeitmanagement-Kurs nicht. Deshalb reicht auch der beste Plan nicht, wenn du ihn allein mit dir aushandelst.
Wie meine Kunden ins Tun kommen
Wir sehen uns monatlich. Nach jedem Termin gibt es zwei oder drei Umsetzungsschritte, keine zehn. Kleine, konkrete Dinge, die in der nächsten Woche wirklich passieren. Ein Gespräch führen. Einen Preis nennen.
Und dann kommt der Teil, den kein Programm abbildet.
Es passiert nicht immer. Wochenlang liegt der Plan im Notizbuch.
Wenn es stockt, kommt eine Sprachnachricht von mir. Kein Vortrag. Ein paar Sätze, manchmal nur eine Frage. Das reicht meistens, um wieder anzufangen.
Ich frage nicht nach Ausreden. Ich frage, was bremst. Und dann schauen wir gemeinsam hin.
So wird ein neues Verhalten deins
Bei Diana ging es Stück für Stück. Ein Gespräch, das besser lief als erwartet. Dann eines, das sie sich vorher nicht zugetraut hätte. Dann ein Preis, den sie nannte, ohne zu zucken.
Denn ein neues Verhalten wird erst deins, wenn du es ein paar Mal getan hast und die Welt nicht untergegangen ist.
Dafür braucht Veränderung Zeit. Und jemanden, der dich zurückholt, wenn du aussteigst.
Irgendwann hat Diana sich mit dem Verkauf angefreundet. Ihre Ergebnisse wurden besser.
Was sie mitnimmt, schreibt sie so: „Ich bin der Schlüssel, dass es klappt.“
Der Satz gefällt mir, weil er stimmt. Ich habe ihr nichts gegeben, das sie nicht selbst umgesetzt hat.
Genau darauf arbeite ich hin. Am Ende brauchst du mich nicht mehr.
Was du diese Woche tun kannst
Nimm den Punkt, der am längsten auf deiner Liste steht. Der, bei dem du jedes Mal weiterscrollst.
Und beantworte eine Frage, ehrlich.
Was genau bremst dich daran?
Nicht die Zeit. Nicht die Prioritäten. Was passiert in dir, wenn du dir vorstellst, es zu tun?
Wenn du eine ehrliche Antwort findest, hast du deinen nächsten Schritt. Meistens ist er kleiner, als du dachtest.
Und wenn du keine findest, ist das auch ein Ergebnis. Dann brauchst du jemanden, der mit dir hinschaut.
Es gibt einen Dienstag, an dem der Plan nicht mehr im Notizbuch liegt. An dem du den Anruf machst, bevor du lange darüber nachdenkst. Nicht aus Überwindung, weil es normal geworden ist. Dahin willst du. Fang mit dem kleinsten Schritt an, der dir einfällt, und fang diese Woche an.
Häufige Fragen
Warum setze ich nicht um, obwohl ich weiß, was zu tun ist?
Zwischen Wissen und Tun steht ein unangenehmes Gefühl. Ein neuer Satz oder ein höherer Preis fühlen sich beim ersten Mal fremd an. Also verschiebst du auf den Moment, in dem du dich sicherer fühlst. Diese Sicherheit entsteht erst, nachdem du es getan hast.
Ist Aufschieben ein Disziplinproblem?
Selten. Wer den ganzen Tag arbeitet und nur die eine Aufgabe meidet, hat kein Disziplinproblem. Diese Aufgabe löst ein Unbehagen aus, das die anderen nicht auslösen.
Warum helfen Timer und Mini-Aufgaben nicht?
Sie funktionieren bei Aufgaben, die langweilig sind. Bei Aufgaben, die Angst machen, greifen sie nicht. Ein Anruf wird nicht leichter, weil du fünf Minuten dafür einplanst.
Wie finde ich heraus, was mich wirklich bremst?
Frag dich nicht, warum du es nicht getan hast. Diese Frage produziert Rechtfertigungen. Frag stattdessen, was genau dich bremst, und was in dir passiert, wenn du dir vorstellst, es zu tun.
Warum sehe ich meine eigene Bremse nicht?
Weil du für jedes Aufschieben eine glaubhafte Erklärung findest. Zu viel zu tun, schlechter Zeitpunkt, noch nicht bereit. Diese Erklärungen sind überzeugend, weil du sie selbst geschrieben hast. Was wirklich bremst, liegt darunter.
Wie lange dauert es, bis eine Veränderung sich normal anfühlt?
So lange, bis du das neue Verhalten ein paar Mal gezeigt hast und nichts Schlimmes passiert ist. Das lässt sich nicht abkürzen. Was hilft, sind kleine Schritte und jemand, der dich zurückholt, wenn du aussteigst.
Und du?
Was liegt bei dir gerade im Notizbuch?
Schreib mir, ich lese jede Antwort.
Weißt du, was zu tun ist, und machst es trotzdem nicht? Lass uns das sortieren. Zwanzig Minuten, kostenlos. Schreib mir INFO oder klick hier:




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