Ich bin an meinen eigenen Erfolgen vorbeigerannt

Ich bin gern zügig unterwegs. Ein Ziel abgehakt, das nächste ins Visier. Lange hab ich gar nicht gemerkt, dass ich so von einem Ziel zum nächsten renne. Erfolge feiern kam in meinem Tempo kaum vor. Erst spät hab ich verstanden, was mir dabei entgeht.

Drei Fragen haben mich zuletzt zum Stehenbleiben gebracht. Hier meine ehrlichen Antworten, ohne Hochglanz.

Sie stammen aus der Blogparade „Hinter den Kulissen selbstständiger Frauen“ von Linda Kunze. Dort zeigen Selbstständige ihren echten Business-Alltag. Heute bekommst Du meinen.

Coach arbeitet im Camper an Laptop und Bildschirm an LinkedIn Content und Kundengewinnung.

Was ich mir vor drei Jahren raten würde

Bereite mehr vor, als Du denkst, und trau dann dem Rhythmus.

Vor drei Jahren stand mein Vanleben noch am Anfang. Ich wollte raus, unterwegs arbeiten, meine Kunden von überall betreuen. Und da saß dieser Zwiespalt: Wie bleibe ich sichtbar und in Kontakt, wenn ich wochenlang weg bin? Werde ich meinem eigenen Anspruch noch gerecht?

Bei einem hab ich mich gründlich verschätzt: beim Content. Den mach ich schon nebenbei, dachte ich. Einfach mal eben unterwegs. Für mich funktioniert das nicht. Zwischen Fahren, Kunden und Kaffee bleibt kein Kopf für einen guten Beitrag.

Heute bereite ich meine Inhalte vor, bevor ich losfahre. Unterwegs drücke ich dann ganz entspannt auf den Knopf. Kein Anfang ist glatt, das gehört dazu. Nach ein paar Anläufen saß meine Struktur, und heute betreue ich meine Kunden entspannt, ob ich hinfahre oder wir online sprechen.

 

Was ich am meisten liebe

Die Freiheit, genau das zu tun was ich am liebsten tue.

Ich hab meinen Weg vom ersten Tag an selbst gebaut. Der Start war ein Sprung ins kalte Wasser. Funktioniert das überhaupt? Wie mach ich das bloß? Ich hatte keine Antwort. Nur ein Gefühl: Ich werd’s nur herausfinden, wenn ich es mache.

Also hab ich angefangen. Aus dem Nichts, Kunde für Kunde, bis 24 Jahre daraus wurden. Niemand hat mir das Drehbuch geschrieben. Mein Weg ist beim gehen entstanden.

Ich muss mich für niemanden verstellen, und ich mach alles auf meine Art. Es gibt einen Moment, der das für mich zusammenfasst. Morgens im Van, die erste Tasse Kaffee in der Hand, die Tür offen, der Blick ins Weite. Und der Gedanke: Genau dafür mach ich das.

Ja, es gibt lange Tage und volle Wochenenden. Für mich passt das, weil ich mir die Freiräume nehme, die ich brauche. Ich fahre los, und ich komme immer mit neuen Inspirationen zurück.

Arbeiten im Camper: Mobiler Arbeitsplatz einer Solounternehmerin mit Laptop, Tablet und Notizbuch während einer Workation.

Was mich am meisten überrascht hat

Wie selten ich stehen geblieben bin und gefeiert hab.

Erfolge feiern gehörte lange nicht zu meinem Programm. Da kamen Kundenfeedbacks, Anerkennung, Empfehlungen. Und was hab ich gemacht? Mich artig bedankt, mich kurz gefreut, und weiter. Auf die Schulter geklopft und laut gesagt „das war super“ hab ich mir nie. Kaum war ein Erfolg da, bin ich schon zum nächsten Ziel gesprintet. Erst spät hab ich gemerkt, wie viel ich damit übergangen hab.

Heute halte ich öfter inne. Ich schau zurück auf den Weg und erlaube mir den Satz: Das hast Du gut gemacht. Das fällt mir noch nicht leicht, es verändert aber alles.

Und noch etwas hat mich überrascht. Wie diszipliniert ich bin. Von außen sieht mein Vanleben nach Dauerurlaub aus. Trotzdem sitze ich konzentriert an meiner Arbeit und liefere, auch wenn niemand zuschaut.

Und Du?

Du hast Dir längst etwas aufgebaut. Trotzdem fragst Du Dich an manchen Tagen, ob Dein Alltag sich richtig anfühlt.

Vielleicht magst Du Dir dann die drei Fragen selbst stellen. Was würdest Du Dir vor drei Jahren raten? Was liebst Du an Deinem Weg? Und was hat Dich an Dir selbst überrascht?

Und bevor Du zum nächsten Ziel sprintest: Halt kurz inne und würdige, wie weit Du schon gekommen bist.

Häufige Fragen

Warum fällt es schwer, die eigenen Erfolge zu feiern?

Oft steckt ein hoher eigener Anspruch dahinter. Der Blick springt sofort zum nächsten Ziel, und das Erreichte wirkt selbstverständlich. So kommt Erfolge feiern gar nicht erst dran.

Warum feiern gerade Selbstständige ihre Erfolge selten?

Weil immer schon der nächste Kunde wartet. Es gibt kein Team, das mitfeiert, und die Verantwortung liegt ganz bei Dir. So rennst Du leicht weiter.

Wie kann ich lernen, meine Erfolge zu feiern?

Halte kurz inne, sobald etwas geschafft ist. Benenne den Erfolg und erlaube Dir den Satz: Das hab ich gut gemacht. Auch die kleinen Siege zählen.

Zählen auch kleine Erfolge?

Ja. Gerade die kleinen Schritte wollen gesehen werden. Sie sind der Treibstoff für den nächsten.

Ein kleiner nächster Schritt

Wer an den eigenen Erfolgen vorbeirennt, übersieht oft auch den eigenen Wert. Das zeigt sich gern beim Preis. Falls Du länger über höhere Preise nachdenkst, hol Dir meinen kostenlosen Guide „Preiserhöhung“. Darin findest Du heraus, wo Du ansetzen kannst. Es liegt nicht an Deinem Mut.

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